G-Star schreibt:
This is to confirm that your message regarding the ongoing labour dispute at Fibre and Fabrics International (FFI) and Jeans Knit Pvt Ltd (JKPL) has been received.
As you can read from the Dutch and International Clean Clothes Campaign website we are aware of the fact that local labour rights organisations are still being restrained from speaking out on labour issues and we can assure you that we have done everything in our power to get these obstacles removed and we will continue to do so in the future. The CCC, the ICN and the Dutch government are informed about our efforts in this field. If in the end problems remain unsolved, we will not hesitate to stop working with FFI. In addition to quality and design, G-Star attaches great importance to the social aspects of production.
Through CCC and ICN we will keep you informed about the progress we make regarding this issue in the future.
Thank for your attention and with best regards,
G-Star
Kooperation??? Nicht wirklich... Hier die Antwort von Clean Clothes denen ich das Mail weitergeleitet habe:
Es hat Monate gedauert bis G-Star auf die Forderungen der Clean Clothes Kampagne reagiert hat. Die Reaktion - im Februar diesen Jahres hat G-Star einen Brief an das Unternehmen FFI/JKPL geschickt, über dessen Inhalt die Clean Clothes Kampagne nicht in Kenntnis gesetzt wurde. Diese Reaktion als „Zusammenarbeit mit der Clean Clothes Kampagne“ zu bezeichnen, halte ich für übertrieben.So bleiben folgende Forderungen offen:
• To keep up the pressure on FFI/JKPL management and insist that they follow up on the jointly signed letter
• To join hands with other brands and MSIs instead of acting bilaterally• To (continue to) express your concern regarding the failure of FFI/JKPL to respect freedom of association and the right to expression
• To (continue to) call upon FFI/JKPL to immediately embark upon a process of mediated dialogue with the local trade union GATWU and other local labour rights organisations including NTUI, Cividep and Munnade
• To insist that this dialogue takes the form of a series of meetings to ensure follow up. A first meeting should have as objective the normalisation of the relations between FFI/JKPL and the labour rights organisations concerned.
The steps that are necessary to reach a situation of normalised relations should be laid down in detail in a protocol to be discussed at this meeting. The protocol is to be signed by the attending parties which should be witnessed and co-signed by an independent third party accepted by all.
Freitag
Mittwoch
G-Star Zulieferer verweigert Gewerkschaftsfreiheit

Seit einem Jahr hat der holländische Jeanshersteller in Wien eine
eigene Filiale für seine "Raws". In indischen Zulieferbetrieben wird
den organisierten Arbeiterinnen ein Maulkorb verpasst - und die
CCKwurde der Verleumdung angeklagt!
Das im südindischen Bangalore Unternehmen Fibres & Fabrics International
(FFI) und seine Tochterfirma Jeans Knit Pvt. Ltd. (JKPL) produzieren
für renommierte Markenfirmen wie G-Star, Armani
und Mexx. Als die Betriebsgewerkschaften Ende 2005 mit Anklagen über Arbeitsrechtsverletzungen wie Überlastung, erzwungene und nicht bezahlte
Überstunden, körperliche und psychologische Übergriffe mehr und mehr an die Öffentlichkeit traten, ging das Unternehmen in die Offensive. Von einem örtlichen Gericht erreichte es Ende Juli des Vorjahres die Verhängung einer Nachrichtensperre gegen die Gewerkschaften; heuer im Februar wurde diese Verfügung erneuert. Das bedeutet, dass die Gewerkschaften und andere Arbeitsrechts-Organisationen
unter Strafandrohung keine Informationen über die Arbeitsbedingungen in den beiden Betrieben an die Öffentlichkeit tragen dürfen.
"Rassistische" CleanClothesKampagne!!!
Die internationale Clean Clothes Kampagne versucht seit Monaten, FFI/JKPL zu einer Änderung seiner inakzeptablen Politik zu bewegen. Einige Firmen, die dort produzieren, haben zu intervenieren versucht, doch ebenso vergeblich. Die beiden Betriebe sind SA 8000-zertifiziert, was die Arbeitsbedingungen tatsächlich verbessert hat. (Der Social Accountability Standard 8000 ist ein internationales Sozialmanagment-Instrument, das Betriebe aller Branchen zenifiziert; zu seinen
Forderungen gehört auch die GewerkschaftSfreiheit.) SAI, die
für die SA 8000-Zenifizierungen zuständige FIrma, informierte die
Clean Clothes Kampagne, das sie überlegt, die Zenifizierung
zurückzuziehen.
Als Reaktion auf die Aktivitäten der internationalen CCK wurde diese, zusammen mit dem niederländischen Indien- Komitee, von FFI des "Cyber- Verbrechens, rassistischer und fremdenfeindlicher Handlungen und krimineller Verleumdung" angeklagt und muss sich am 25.Juni vor einem Gericht in Bangalore, der Hauptstadt des Bundesstaates
Karnataka, verantworten.
Es ist das erste Mal in der Geschichte der Clean Clothes
Kampagne, dass sie wegen ihrer Aktivitäten von einem
Unternehmen angeklagt wird!
SENDENSie eine Petition an die
Unternehmen auf
www.cleanclothes.at
Sie können aber auch das
G-Star-Geschäft: in Wienbesuchen
(7., Neubaugasse 12-14, Tel.01/890
42 04) und sich erkundigen, wieso
das renommierte holländische
Unternehmen derartige Verletzungen
der Gewerkschaftsfreiheit bei
einem Zulieferbetrieb akzeptiert!!!
Übrigens könnt ihr auch ein Email oder Post an G-Star in Holland schreiben ( könnt auch mein Beispiel unten abschicken):
csr@g-star.com
G-Star International B.V.
Attn.: CSR Department
Keienbergweg 100
1101H Amsterdam
Netherlands
http://www.g-star.com/flash/content.html
Dear G-Star Managment
How is it possible that such utter violations of your Codes of conduct happen in the South of India, in Bangalore, commited by companies that deliver to an international enterprise like G-Star?
I would very much like to know how you handle the fact that people work under terrible conditions and are being exploited and made mouth-shut as officially stated and reported by Clean Clothes!!!
Knowing this I will definitely not buy any of your products anymore and will inform all of the people I know and ask them to do the same.
To me it is hipocrisy to publish a list of codes of conduct on your webpage and not stick to it at all when it comes to your delivery companies like FFI and JKPL.
How can you support this kind of exploitation and contribute to making those workers shut-up about telling the truth about the bad conditions they are exposed to?
Thank you for your attention
Sonntag

Nachtzug nach Lissabon
Plötzlich war Schluss. Raimund Gregorius, von seinen Schülern liebevoll „Mundus“ genannt, Lateinlehrer und Altsprachengenie an einem Berner Gymnasium, war unzweifelhaft aus dem Tritt geraten. Er war sich nicht einmal sicher, ob die Frau, die heute Morgen auf der Brücke im strömenden Regen einen Brief zerknüllt hatte, wirklich hatte springen wollen. Gregorius, auf das Schlimmste gefasst, war zu Hilfe geeilt. „Português“, hatte sie zerstreut auf seine Frage nach ihrer Muttersprache geantwortet und dem Verblüfften eine Telefonnummer auf die Stirn gekritzelt. Die Fremde verschwand so schnell, wie sie in sein Leben getreten war. Eine Idee blieb zurück. Wenig später war Mundus, die „museale Gestalt“, dieser in Ehren ergraute Ausbund an Korrektheit und Tüchtigkeit, für immer aus dem Klassenzimmer geflohen.
„Wenn es so ist, dass wir nur einen kleinen Teil von dem leben können, was in uns ist -- was geschieht mit dem Rest?“ Die Worte des portugiesischen Arztes und Poeten Amadeu de Prado, gefunden in einem Antiquariat, hatten Gregorius wie einen Schlag getroffen. Erneut wies die Spur nach Portugal. Der Nachtzug nach Lissabon sollte ins Licht führen. Fortan würde Gregorius die Gedankenwelt des Arztes und Widerstandskämpfers gegen das Regime Salazars nachempfinden. Lebenserfahrungen und unbequeme Fragen, die wie an Gregorius persönlich gerichtet klangen. Tiefer und tiefer geht die Reise -- und führt schließlich in die gefährlich eisigen Grenzregionen der Persönlichkeitsspaltung.
Wählte Martin Walser in seinem Werk Der Augenblick der Liebe den geschmähten Philosophen La Mettrie zum Sprachrohr seiner innersten Befindlichkeit, so benutzt Mercier die geschliffenen Existenzfragen de Prados als Motor seines Romans. Vergleiche mit Nabokov und Kafka wurden bereits angestellt. Auch an Umberto Eco fühlen sich einige erinnert, hat doch der Berner Peter Bieri, der seine Erfolgsromane Der Klavierstimmer und Perlmanns Schweigen als Pascal Mercier zeichnete, in Berlin einen Lehrstuhl für analytische Sprachphilosophie inne.
Sprache, die das Innerste aufschließt. Mercier ist ein Roman von betörender und träumerischer Schwere gelungen, angesiedelt im Tropengebiet der Melancholiker. Die Rückfahrt wird nicht leicht werden. --Ravi Unger
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