Für mich ist Acapulco eine Entschlackungskur von allen
Leiden der Stadt: Ehrgeiz, Eitelkeit, Streben nach finanziellem
Erfolg, die unablässige, ansteckende Gegenwart
machtgetriebener, besessener Menschen, die bekannt werden
wollen, die im Rampenlicht stehen wollen, bemerkt
werden wollen, als bekäme man durch das Leben zwischen
Millionen Menschen eine schlimme Krankheit; der Zwang,
sich über die Menge zu erheben, bemerkt zu werden, als
Individuum zu existieren, aus der Masse von Ameisen
und Schafen ausgewählt zu werden. Es hat etwas mit der
Anwesenheit von Millionen anonymer Gesichter, anonymer
Menschen und den aussichtslosen Methoden, berühmt
zu werden, zu tun.
Hier ist das alles Unsinn. Man existiert durch sein Lächeln
und durch seine Gegenwart. Man lebt für seine Freuden
und Entspannungen. Man lebt in der Natur. Man ist Teil
des glitzernden Meeres und Teil der üppigen, gut gedeihenden
Pflanzen, man ist mit der Sonne vermählt, eingetaucht
in Zeitlosigkeit. Nur die Gegenwart zählt, und aus der
Gegenwart zieht "man alle Elemente, die unsere Sinne
nähren können. Deshalb sind die Nerven still, der Geist
ist ruhig, die Nächte sind wie Schlummerlieder, die Tage
wie warme öfen, in denen die Hände eines unendlich weisen
Bildhauers verlorene Konturen wiedererschaffen, verlorene
Empfindungen des Körpers. Der Körper wird lebendig.
Das Streben, die Jagd nach einer handgreiflichen
Sicherheit, welcher Art auch immer, verlieren ihre Bedeutung.
Beim Schwimmen wird man von allen Auswüchsen unserer
sogenannten Zivilisation reingewaschen, die die Unfähigkeit
einschließen, überhaupt glücklich zu sein.
Der heilende Prozeß ist abgeschlossen.
Ich bin bereit, der Unentschlossenheit von Duell,
Sloane and Pearce zu begegnen, den ablehnenden Entscheidungen.
Nur in der Sprache der Astronomie kann mah die Schönheit
der Tropen beschreiben. Es scheint mir jeden Abend,
als sähe ich den himmlischen Äquator als ein »imaginäres
Band am Himmel direkt über dem Äquator der Erde.«
Jim Herlihy nahm einen Bus nach Pasadena, wanderte von
Pasadena nach Sierra Madre, nahm ein Taxi von Sierra
Madre zu meinem Haus am Fuß der Berge und sagte bei
seiner Ankunft: »Du lebst am Ende der Welt.«
Er bringt mir ein Mobile mit goldenen Engeln, die sich um
eine Kerze drehen. Während sie sich drehen, erklingen kleine
Glöckchen. Ich sagte ihm, es sei ein symbolisches Geschenk,
eine Inspiration zur Arbeit, und es würde die
Mobiles in meinem Kopf wieder in Bewegung setzen.
Anais Nin, Tagebücher
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